Glücksspielstaatsvertrag 2021 – Neue Regeln für Sportwetten

Sebastian
14.10.2020

Mit dem 15. Oktober 2020 starten die Sportwetten in Deutschland sozusagen in eine neue Zeitrechnung. Denn an diesem Tag beginnt die Übergangsregelung für Online-Glücksspiele, zu denen auch Wetten zählen. Sie gilt, bis der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) nach jahrelangem juristischen Tauziehen tatsächlich in Kraft tritt. Voraussichtlich geschieht dies im Juli 2021. Daraus ergeben sich nicht nur für Anbieter, sondern auch für Spielerinnen und Spieler viele wichtige Neuerungen.

Wir haben die wesentlichen Informationen und die sich daraus ergebenden Fragen gesammelt, schicken allerdings voraus, dass einige Punkte der Übergangsregelung sowie ihrer konkreten Umsetzung noch offen sind. Die Übergangsperiode bis zum bereits vierten Glücksspielstaatsvertrag (streng genommen eigentlich der Dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag, Anm.) kann also durchaus als „work in progress“ verstanden werden. Bedeutende Entwicklungen bei diesem Thema begleiten wir natürlich auch künftig in unseren Sportwetten News.
 


 

Warum braucht es einen neuen Glücksspielstaatsvertrag?

Das digitale Zeitalter hat die Welt des Glücksspiels und der Sportwetten grundlegend verändert. Neue technische Möglichkeiten sowie schnelle und leichtere Verfügbarkeit führten international zu einem regelrechten Boom. Unzählige Anbieter drängten in einen stetig wachsenden Markt. Es überrascht daher kaum, dass bald Gesetzgeber auf den Plan traten, um die Rahmenbedingungen neu zu definieren. Ein zentrales Thema war dabei immer der Spielerschutz.

In der Bundesrepublik Deutschland war das bisher kein einfacher Prozess. Das Ringen um eine einheitliche gesetzliche Regelung von Glücksspiel und Sportwetten hält bereits zehn Jahre an, sorgte zeitweilig für mehr Unklarheiten als praktischen Nutzen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 wird bereits der vierte seiner Art sein.

Der erste Glücksspielvertrag von 2008 ließ zunächst nur staatliche Anbieter wie z.B. Oddset zu und hielt ebenso wie eine später beschlossene Beschränkung der Sportwetten Lizenz auf nur 20 Anbieter den EU-Bestimmungen nicht stand. Die Vereinbarkeit mit dem europäischen Recht sollte stets eine große Hürde für eine neue Gesetzgebung bleiben. So wurde der dritte Glücksspielstaatsvertrag 2017 gar nicht erst von den Bundesländern ratifiziert, weil er einer Klage vor kaum standgehalten hätte. Die Folgewirkung dieses zähen Prozesses war bis dato, dass Wettanbieter sich zeitweilig in rechtlichen Grauzonen oder sogar der Illegalität bewegten, Bund und Länder gleichzeitig nur wenig bis gar nicht einschritten.

Wettsteuer

Dazwischen sorgte freilich Vertrag Nummer zwei aus dem Jahr 2012 für eine weitreichende Änderung auf dem Sportwetten Markt, nämlich mit der Einführung der sogenannten Wettsteuer, also der gesetzlich verpflichtenden Abgabe von fünf Prozent auf Sportwetten. Gleich vorweg: Die Wettsteuer wird deutschen Spielerinnen und Spielern auch in Zukunft nicht erspart bleiben – es sei denn, der Wettanbieter übernimmt sie.

Ende 2019 kam neue Bewegung in das Thema Glücksspielstaatsvertrag, allerdings verliefen die Bestrebungen zur Einführung einer deutschen Sportwetten Lizenz einmal mehr schleppend. Erneut reichte ein Wettanbieter eine Klage ein, das Lizenz-Vergabeverfahren sei nicht transparent, Antragsteller würden nicht gleichbehandelt. Also zurück zum Start. Das Resultat ist nun ein neuer Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der am 1. Juli 2021 in Kraft treten soll. Offen ist klarerweise, ob sich nicht am Ende erneut jemand findet, der das Ganze vor Gericht anfechten will.

Glücksspielstaatsvertrag 2021 Sportwetten - Was ändert sich? Was ist neu?
© Adobe Stock

Was ändert sich mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021?

Der neue Glücksspielstaatsvertrag bringt weitreichende Änderungen. Da wir uns auf unserer Seite ausschließlich Sportwetten widmen, beschränken wir uns hier auf das Wett-Thema und lassen anderweitige Angebote außen vor.

Die wichtigsten geplanten Änderungen durch den neuen GlüStV:

  • Einzahlungslimit von 1.000€ monatlich
  • Einschränkung von Livewetten
  • Abschaffung mancher Wettmärkte wie z.B. Wetten auf Ereignisse in einem Sportevent (XY erzielt ein Tor), eSports Wetten oder Gesellschaftswetten
  • Verpflichtende Maßnahmen für den Spielerschutz wie z.B. Panic-Button
  • Geo-Blocking von nicht lizenzierten Websites & Anbietern
  • Automatisiertes Spielsuchtfrüherkennungssystem

In ihrem vollen Umfang sollen die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Juli 2021 in Kraft treten. Bis dahin müssen sich die 16 Bundesländer, die teilweise sehr unterschiedliche Ansichten zum Thema Sportwetten hatten, den Vertrag noch in ihren Parlamenten ratifizieren. Der Weg zu einer bundesweiten Lösung ist jedenfalls frei. Offen ist klarerweise, ob sich nicht am Ende erneut jemand findet, der die Gesetze vor Gerichten anfechten will.

Bereits mit 15. Oktober 2020 tritt eine Übergangsregelung in Kraft, bei der viele der neuen Maßnahmen bereits umgesetzt werden. Wettanbieter sind angehalten, sich bereits jetzt den neuen Regelungen zu unterwerfen und um eine Deutsche Sportwetten Lizenz anzusuchen. Tun sie es nicht, könnte ihnen diese Unzuverlässigkeit bei einem Ansuchen im Juli 2021 nachteilig ausgelegt werden, heißt es seitens des Gesetzgebers.

Maximal 1.000€ Einzahlung pro Monat

Das unter Wettenden meistdiskutierte Thema ist klarerweise das geplante Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Ersten Gerüchten zufolge hieß es, dass es sich dabei um ein Wettanbieter übergreifendes Limit handeln soll. Allerdings ist auch von „domainbezogen“ die Rede, also pro Anbieter. In manchen Aussendungen der Wettanbieter war sogar von „Einsatzlimit“ die Rede. Fest steht jedenfalls, dass Nutzer bei ihrer Registrierung ein Limit von maximal 1.000 Euro pro Monat für Einzahlungen beim jeweiligen Bookie festlegen müssen. Zumindest als Zukunftsthema diskutiert wird eine etwaige Aufstockung dieses Limits in Verbindung mit Einkommensnachweisen durch die Spieler.

Worauf sich Wettende in jedem Fall einstellen sollten: Die Verifizierung wird künftig noch penibler sein. Darüber hinaus wird dazu wohl das eine oder andere Dokument mehr nötig sein. Auch die Vorgaben hinsichtlich der Zahlungsmethoden werden strikter. Die Namen des Kontoinhabers und des Einzahlenden müssen ident sein. Paysafecard Nutzer müssen sich bei diesem Zahlungsdienstleister (MyPaysafecard) ab 15. Oktober registrieren.

Schlusspfiff für Ereigniswetten

Wesentliche Einschnitte treten bei Wettmärkten zu einzelnen Sportveranstaltungen in Kraft. So sollen etwa keine Ereigniswetten wie beispielsweise „Wer erzielt das nächste Tor?“ oder „Wer bekommt die nächste Gelbe Karte?“ abgeschafft werden. Der Gesetzgeber wird vor allem das Angebot von Livewetten einschränken.

Wie tiefgreifend die Änderungen sein werden und inwieweit davon auch der pre-match Markt betroffen sein wird, wird die Praxis zeigen. Wetten auf „Robert Lewandowski trifft im Spiel gegen XY“ waren nach wenigen Tagen ebenso wie eine pre-match Wette Over/Under auf die Toranzahl wieder möglich.

Verschwunden sind aus den Sportsbooks darüber hinaus auch eSports Wetten sowie Gesellschaftswetten und Politikwetten.

Panic Button

Verpflichtend ist ab Beginn der Übergangsperiode die Einrichtung eines sogenannten Panic Buttons. Mit diesem sollen sich Spielerinnen und Spieler künftig ohne großen Aufwand selbst sperren können. Der Panik-Knopf soll eine automatische Selbstsperre von 24 Stunden nach sich ziehen.

Zentrale Überwachung des Spielverhaltens

Das Bundesland Hessen, das für die gesamte Bundesrepublik mit der Umsetzung und Lizenzierung von Glücksspiel und Sportwetten zuständig ist, hat zugleich den Auftrag für ein Online-Abfragesystem erhalten. Das bedeutet, alle Logins und Wettabgaben sollen künftig zentral überwacht werden. Die Online Abfrage Spielerstatus (OASIS) ist erst in Entwicklung, soll nach Fertigstellung als Wettanbieter übergreifendes Spielsuchtfrüherkennungs- bzw. Sperrsystem dienen. Im Endausbau soll ein gleichzeitiger Login bei mehreren Buchmachern verhindert werden.

Freilich bleibt auch hier abzuwarten, welche technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können und inwieweit es in Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gebracht werden kann.

Wie reagieren die Wettanbieter auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag?

Unterschiedlich. Die im deutschsprachigen Raum führenden Sportwetten Anbieter begrüßten in ihren Stellungnahmen die neue Rechtslage. Klarheit ist eben gut fürs Geschäft, amtlich bescheinigte Seriosität ebenfalls. Außerdem ist davon auszugehen, dass vor allem etablierte Marken vom Lizensierungsprozess in Deutschland profitieren werden.

Newcomer, die es in den letzten Jahren zuhauf gab, werden sich beim Markteinstieg schwerer tun. Das liegt nicht zuletzt an einer Vorgabe bei der Lizenzierung, wonach Wettanbieter fünf Millionen Euro hinterlegen und Einzahlungen der Spieler getrennt vom Firmenkapital verwahren müssen. Für Spieler ist das gewiss vorteilhaft. Ihr Guthaben ist im Fall einer Insolvenz künftig besser abgesichert.

Es gibt aber natürlich einen viel triftigeren Grund, warum große Buchmacher die neue Situation als Chance begreifen: Die Übergangsregelung sorgt für ein Tabula rasa. Wer sich ab 15. Oktober 2020 an die neuen Spielregeln hält, kann sich in weiterer Folge eine deutsche Sportwetten Lizenz sichern – ungeachtet, ob davor auch illegale Glücksspiel Angebote im Programm waren. Die Platzhirsche mögen zwar aus der wohl anstehenden Marktbereinigung gestärkt hervorgehen, Punkte wie das Einzahlungslimit treffen sie jedoch schwer.

Streng sind jedenfalls die Konsequenzen bei künftigen Verstößen gegen die Lizenzbestimmungen, die mit einer Geldstrafe von bis zu 500.000 Euro geahndet werden.

Rückzug

Einige Wettanbieter haben hingegen schon im Vorfeld Konsequenzen gezogen, und sich aus dem deutschen Sportwetten Markt zurückgezogen. Prominentestes Beispiel ist etwa Mr Green, das seit einigen Monaten aus dem deutschsprachigen Raum nur noch Kunden aus Österreich bedient. Weitere Buchmacher werden entweder folgen oder, sofern sie als Unternehmen mehrere Marken betreiben, ihr Sportwetten Portfolio neu ausrichten. Betsson hat das beispielsweise schon getan und Betsafe sowie Nordicbet vom Markt zurückgezogen, um im Gegenzug die Hauptmarke besser auf die neuen Regelungen in Deutschland abzustimmen.

Neue Webadressen

Manche Bookies kündigten außerdem an, dass sie die URL also die Webadresse ändern werden, um eine für deutschen Markt und die neuen Anforderungen konforme Seite anbieten zu können. Bwin wird für Wettende aus Deutschland künftig nur via bwin.de statt bwin.com erreichbar sein.

Was muss ich als Spieler am 15. Oktober tun?

Viel administrative Arbeit steht den Wettanbietern in Sachen Kundenbetreuung bevor. Denn die Änderungen durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag gelten naturgemäß auch für bestehende Nutzerinnen und Nutzer. Viele Wettende wurden bereits in den Tagen vor dem 15. Oktober von ihren Bookies kontaktiert und gebeten, das eine oder andere Dokument nachzureichen.

Tipp: Sofern Sie noch nicht per Mail kontaktiert wurden, sehen Sie gegebenenfalls im Spam-Verdachtsordner nach oder loggen Sie sich einfach in ihre bestehenden Wettkonten ein, um nach dem Rechten zu sehen und allfällige Änderungen seitens des Buchmachers aus erster Hand zu erfahren.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie am Ball bleiben, was die Lizenzvergabe anbelangt. Sehr viele der in unserem Sportwetten Bonus Vergleich vertretenen Anbieter haben bereits den Erhalt öffentlich bestätigt. Hier kann es, wie gesagt, zu Änderungen der Webadresse kommen.

Wettanbieter, die keine Lizenz bekommen, nicht ansuchen, aber trotzdem Wetten in Deutschland anbieten, müssen mit Geo-Blocking rechnen. Als Kunde haben Sie insofern das nachsehen, dass Sie mit einer deutschen IP-Adresse nicht mehr auf Ihr Wettkonto zugreifen können.

Deutsche Sportwetten Lizenz

Folgende auf unserer Seite gelisteten Wettanbieter haben bereits die Deutsche Sportwetten Lizenz erhalten (Stand 14. Oktober 2020).

40 €
5
Filter
Buchmacher
bet365
Max. Bonus & Prozent
100% bis zu
100 €
Min. Einzahlung & Quote
5 € / 1.20
Umsatzbedingungen
1x Einzahlungsbetrag
Es gelten die AGB von Bet365 | 18+
Bewertung Österreich_158, Schweiz_183, Deutschland_47 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 100 9.00
Buchmacher
Sportingbet
Max. Bonus & Prozent
100% bis zu
180 €
Min. Einzahlung & Quote
10 € / 2.00
Umsatzbedingungen
3x Ersteinzahlung +
3x Bonusbetrag umsetzen
Bewertung Österreich_158, Deutschland_47 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 180 9.00
Buchmacher
Tipico
Max. Bonus & Prozent
100% bis zu
100 €
Min. Einzahlung & Quote
10 € / 2.00
Umsatzbedingungen
3x Ersteinzahlung + 3x Bonusbetrag umsetzen
Bewertung Österreich_158, Deutschland_47 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 100 9.00
Buchmacher
BetVictor
Max. Bonus & Prozent
100% bis zu
100 €
Min. Einzahlung & Quote
10 € / 2.00
Umsatzbedingungen
5x Bonusbetrag umsetzen
Bewertung Österreich_158, Deutschland_47, Liechtenstein_118 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 100 9.00
Buchmacher
AdmiralBET
Max. Bonus & Prozent
100% bis zu
200 €
Min. Einzahlung & Quote
20 € / 2.00
Umsatzbedingungen
5x Ersteinzahlung + 5x Bonusbetrag umsetzen
Bewertung Deutschland_47 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 200 8.00
Buchmacher
NEO.bet
Max. Bonus & Prozent
100% bis zu
150 €
Min. Einzahlung & Quote
10 € / 1.50
Umsatzbedingungen
5x Ersteinzahlung + 5x Bonusbetrag umsetzen
Bewertung Österreich_158, Deutschland_47, Luxemburg_120 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 150 8.00
Buchmacher
Tipbet
Max. Bonus & Prozent
200% bis zu
40 €
Min. Einzahlung & Quote
1 € / 1.50
Umsatzbedingungen
10x Ersteinzahlung + 10x Bonusbetrag umsetzen
Bewertung Österreich_158, Schweiz_183, Deutschland_47, Luxemburg_120 all_countries Ersteinzahlungsbonus_1 all_bonus_types general 40 5.00